Alpenquerender Verkehr

Ein europäischer Korridor am Limit
Der alpenquerende Güterkraftverkehr über die Inntal- und Brennerroute ist für Industrie, Handel und Versorgung in ganz Europa unverzichtbar. Täglich verbinden Lkws Produktionsstandorte in Deutschland mit Märkten in Italien, aber auch weit darüber hinaus eine immense Bedeutung für den europäischen Binnenmarkt hat. Doch genau diese Lebensader gerät immer stärker unter Druck: Staus, Dosierungen und Verbote sorgen dafür, dass Transporte ihre Zuverlässigkeit verlieren – mit spürbaren Folgen für Unternehmen und Kunden.
Der Brenner ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen Europas – und zugleich ein Nadelöhr mit zunehmenden Restriktionen. Tirol begrenzt den Lkw-Verkehr durch Blockabfertigungen, Fahrverbote und sektorale Einschränkungen. Baustellen wie an der Luegbrücke verschärfen die Lage zusätzlich und machen Transporte kaum noch planbar. Der BGL Bayern Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen setzt sich aktiv für verlässliche Lösungen ein – auf allen politischen Ebenen.
Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, mit denen das Land Tirol versucht den Verkehr einseitig zu kontrollieren. Durch die Nachtfahrverbote wird der Transportverkehr auch in die ohnehin schon vollen Tagesstunden gedrängt. Durch sektorale Fahrverbote werden bestimmte Gütegruppen komplett von Straßennutzung ausgeschlossen. Hier braucht es einen Dialog und Kompromissbereitschaft auf alle Seite. Dafür setzen wir uns als BGL Bayern ein, eine langfristige stabile und praxisnahe Lösung für alle Beteiligten zu finden. Insbesondere die Blockabfertigungen, also die Begrenzung der Lkw-Anzahl pro Stunde, an der österreichischen Grenze führt nicht nur zu einer reinen Dosierung des Verkehrs oder reinen Geschwindigkeitsdosierung. Die Blockabfertigung führt zu einer höheren Umweltbelastung auf bayerische Seite des Grenzübergangs und unzumutbaren Zuständen für die Fahrer, die stundenlang im Stau stehen. Die Staus ziehen sich durch die Blockabfertigung häufig kilometerlang und erhöhen die Unfallgefahr auf der Strecke.
Regelmäßig kommt es zu Rückstaus vom Grenzübergang Kiefersfelden bis weit auf die A8. Im Jahr 2025 gab es 59 Dossiertage – angekündigt waren zu Jahresbeginn lediglich 36. Im Durchschnitt verursachte jede Blockabfertigung einen Stau von 17,8 Kilometern. Insgesamt kam es zu 1.052 Staukilometer durch Blockabfertigung.
Jeder fünfte Stau reichte sogar über das Autobahndreieck Inntal hinaus bis auf die A8. Das heißt der Stau ist mindestens 26 km lang, vom Grenzübergang bis über das Autobahndreieck hinaus. Hinzu kommt ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko in den Staubereichen. Insgesamt kam es zu 16 Verkehrsunfällen an Tagen mit Blockabfertigung. Dabei wird jeder fünfte Verkehrsunfall an diesen Tagen von der Polizei sogar als Unfall mit Personenschaden aufgenommen.
Unsere Mitglieder halten wir dabei über aktuelle Entwicklungen, den aktuellen Verhandlungsstand und unsere Gespräche mit Politiker und Ministerien auf dem Laufenden. Informieren sie über zusätzliche Dosiertagung und kurzfristige Fahrverbote und stehen mit dem Land Triol in Kontakt, um Maßnahmen, vor allem mit sehr kurzer Vorlaufzeit, zu begrenzen.
Den Dosierkalender der Tiroler am Grenzübergang Kiefersfelden und Kufstein finden Sie hier. Außerdem finden Sie hier den Fahrkalender der Luegbrücke. Alles weitere zum (Transit-)Verkehr in Osterreich finden Sie auf https://www.asfinag.at.

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